CDU Barnten und Rössing besichtigen Biogasanlage Nordstemmen

Leine Deister Zeitung ·

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CDU Barnten und Rössing besichtigen Biogasanlage Nordstemmen

CDU-Fraktionen besichtigen Biogasanlage

„Emsiges Treiben” begrüßte die Teilnehmer der CDU-Fraktionen aus Rössing und Barnten bei der Führung durch die Nordstemmer Biogasanlage „Naturgas”.

Nordstemmen — Es ist Hochsaison für Jens Pape und Peter Bauermeister, den Geschäftsführern der 2007 in Betrieb genommenen Anlage nahe der Nordstemmer Zuckerfabrik: Alle paar Minuten fährt ein Trecker mit Anhänger auf der Anlage ein, macht kurz auf der großen Waage Halt, um dann seine geladene Maissilage abzukippen, die umgehend von den dort eingesetzten „Panzern” auf die große Baggerschaufel geladen und auf dem zwölf Meter hohen Silageberg verteilt und planiert wird. Staub liegt in der Luft, ebenso ein ganz leichter essigähnlicher Geruch, und der Geräuschpegel ist immens.

Für die 13 Rössinger und 18 Barntener Politiker ist der Einblick in die Geschehnisse der Anlage absolutes Neuland. „Wir fahren täglich hier vorbei, aber was hier genau passiert, weiß eigentlich keiner.” Umso größer ist jetzt die Freude, dass Rolf Dietrich als Mitglied der CDU-Fraktion des Nordstemmer Gemeinderates seinen Parteifreund Jens Pape zu dieser Führung motivieren konnte.

„2004 ist die Idee des Grünen Stroms geboren, und Peter Bauermeister und ich waren von dieser Idee sehr angetan”, erzählt Jens Pape: „Wir haben alles auf eine Karte gesetzt und 2005 die ersten Anträge gestellt. Ein Jahr später konnten wir mit dem Bau beginnen und 2007 dann die Anlage ans Netz bringen.” Ursprünglich sollte die Biogasanlage 720 kW pro Stunde erzeugen, heute sind es 1885 Kilowatt, wobei die Jahresproduktion fast 18.000 Menschen mit Strom versorgen kann. „Ein Vier-Personen-Haushalt benötigt im Jahr rund 3.600 kW Strom. Wir produzieren 1885 kW pro Stunde”, hob der Geschäftsführer hervor. Aber nicht nur der produzierte Strom wird verkauft, auch die Wärme aus Motoren und Abgasen findet längst ihre weitere Nutzung: „Die Wärme einfach verpuffen zu lassen, wäre reine Verschwendung.”

Die Anfänge der Biogasanlage gestalteten sich nach Aussage von Jens Pape nicht immer einfach. „In unmittelbarer Nähe zur Zuckerfabrik war es schwer, die Landwirte davon zu überzeugen, Mais anzubauen”, erinnert er sich. Heute sind 24 Landwirte als Maisanbauer für die Biogasanlage tätig, in diesem Jahr sogar die doppelte Anzahl. „Wir haben 2012 Kahlfröste gehabt, die einen Teil der Ernte unbrauchbar gemacht haben. Deshalb haben viele Landwirte noch Mais angebaut.” Für die Betreiber der Anlage stellt das kein Problem dar, „Mais kann zwei bis drei Jahre gelagert werden”, erklärt Jens Pape.

Aber nicht nur Mais findet seine Verwertung auf dem Gelände der Anlage, mittlerweile werden auch Zuckerrüben und Grünroggen mit in die Weiterverarbeitung aufgenommen: „Bei den Zuckerrüben fehlt uns noch etwas technisches Know-how, damit wir sie besser reinigen und von Steinen befreien können. Aber wir sind auf einem guten Weg.”

Für die Teilnehmer der Führung stand anschließend die Besichtigung der Silos auf dem Programm. Verschiedene Lager wurden näher erläutert, bevor sich die ganz Mutigen zum Aufstieg auf eines der Silo-Dächer aufmachen durften. Der Blick auf den hohen Silageberg mit seinen unermüdlichen Walzfahrzeugen beeindruckte viele der Politiker, die erfuhren, dass diese 25 Tonnen schweren Fahrzeuge täglich bis zu 3000 mal hoch und runter fahren, um die Luft aus der Silage zu drücken. „Wir sind die größte Biogasanlage im Landkreis, haben aber den wenigsten Platz. Und deshalb wird der Silageberg bis zum Ende der Saison auch eine Höhe von etwa 13,5 Meter erreicht haben”, erläutert der Geschäftsführer.

Jens Pape und sein Partner Peter Bauermeister beschäftigen auf ihrer Anlage vier feste Mitarbeiter und viele Aushilfen während der Erntezeit. Dabei kommen sie ganz ohne Lohnunternehmen aus: „Wir arbeiten lieber mit unseren eigenen Leuten und sind dabei immer flexibel.”