Jahreshauptversammlung der CDU Rössing
Leine Deister Zeitung ·
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„Warum wählen Rössinger die AfD?”
CDU-Ortsverband Rössing stellt sich verschiedenen Fragen und Herausforderungen / Neuwahl des Vorstandes
Rössing — Der CDU-Ortsverband Rössing hält an seinem selbstgesetzten Ziel fest, neue Mitglieder zu gewinnen. Nennenswerte Erfolge können die Christdemokraten allerdings bislang nicht für sich verbuchen. Auch ein Neuzugang konnte den Abwärtstrend nicht aufhalten.
Ein Mitglied hat sein Parteibuch zurückgegeben, ein weiteres ist verstorben. So gehörten dem Ortsverband am Stichtag 31. Dezember 2017 nur noch 33 Mitglieder an, ein Mitglied weniger als am Vorjahresende. Der Altersdurchschnitt liegt nach Angaben des Vorsitzenden, Sebastian Könneke, bei knapp über 60 Jahren. Das sei „noch vergleichsweise jung”, so Könneke.
Positiv fiel die Bilanz des Vorsitzenden hinsichtlich der Veranstaltungen aus, etwa dem auch in diesem Jahr wieder ausgerichteten Boßelturnier, der Maifeier mit der CDU-Bundestagskandidatin Ute Bertram oder dem gut besuchten Herbstessen aus. Ganz anders fiel die Bewertung der Ergebnisse bei Landtags- und Bundestagswahl aus. „Nicht zufrieden” zeigte sich Könneke mit dem Verlust der Direktmandate von Klaus Krumfuß und Ute Bertram.
Ehrenortsbürgermeister Peter Winkler äußerte sich in der anschließenden Aussprache „schwer erschüttert” angesichts der für die AfD in Rössing abgegebenen Stimmen. Der prozentuale Anteil sei hoch, stellte er fest. Winkler regte an, zu überlegen, „warum die Rössinger AfD wählen”, und darauf zu achten, „dass diese Zahl zurückgeht bei den nächsten Wahlen”.
Entgehen möchte der finanziell gut aufgestellte Ortsverband der Gefahr, dass der Kreisverband seinen Finanzbedarf mit einem Griff in gut gefüllte Ortsverbandskassen deckt. Wie Schatzmeister Carsten Pirnke der Versammlung berichtete, hat der Kreisverband im vergangenen Jahr rund 400 bis 500 Euro Umlage nicht an den Ortsverband überwiesen. Dank auch finanziell erfolgreicher Veranstaltungen hat der Ortsverband 2017 gleichwohl mit einem Überschuss abschließen können. „Es wird”, so Pirnke, „nicht weniger Geld.”
Das Vermögen soll in Rössing eingesetzt werden. So plant der Ortsverband unter anderem, sich mittels einer zweckgebundenen Sachspende an die Dorfpflege an der Finanzierung eines neuen Geländers am Rössingbach und Schlossgraben zu beteiligen. Die Kosten für die Geländeranlage belaufen sich einer Kalkulation Pirnkes zufolge auf etwa 1.200 Euro.
Keine großen Überraschungen gab es bei den turnusgemäß anstehenden Vorstandswahlen. Sebastian Könneke wurde im Amt des Ortsverbandsvorsitzenden von der Versammlung bestätigt, ebenso Michael Husmann als stellvertretender Vorsitzender. Uwe Dietrich übernahm den zweiten Stellvertreterposten von Kai Rodewald, der dem Vorstand neben Carlota von Rössing, Marco-Jan Manke und Felix Goos als Beisitzer erhalten bleibt. Das Amt des Schatzmeisters bleibt in den Händen von Carsten Pirnke, Ernst Baumgarten bleibt Schriftführer, und Christin Kaufmann amtiert weiterhin als Mitgliederbeauftragte.
Seit vier Jahrzehnten ist Horst Kipry Christdemokrat. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde der Rössinger mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. Schon ein halbes Jahrhundert lang hält Gerhard von Rössing der CDU die Treue, der allerdings nicht an der Versammlung teilnehmen konnte. Die Auszeichnung für 50 Jahre CDU-Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.