Jahreshauptversammlung CDU Gemeindeverband
Leine Deister Zeitung ·
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Flegel verschiebt den Ruhestand
Mit vertrauter Führungscrew geht der Nordstemmen CDU-Gemeindeverband in die nächsten zwei Jahre
Nordstemmen — Der neue und alte Vorsitzende, der seit 2005 in vorderster Linie die Geschicke der Nordstemmer Christdemokraten lenkt, dankte für das Vertrauen - aber: bereits vor zwei Jahren hatte Flegel angekündigt, sich von der Spitzenposition zurückziehen zu wollen. „Ich habe so viele Bewerbungen für diese Position bekommen”, merkte er augenzwinkernd an, dass die Nachfolgersuche erfolglos geblieben war. Da ein Gemeindeverband ohne Vorsitzenden aufgelöst und fusioniert werden würde, erklärte er sich bereit, für weitere zwei Jahre am Steuerrad des Nordstemmer CDU-Gemeindeverbands zu stehen. „Ich hoffe, dass in zwei Jahren etwas jüngere Gesichter hier vorn sitzen”, appellierte Flegel, die Nachfolgersuche fortzusetzen. Als Stellvertreter steht ihm weiterhin Sebastian Könneke zur Seite, der ebenfalls einstimmig wiedergewählt wurde. Ohne Gegenstimmen verlängerten die Mitglieder zudem mit Schriftführer Ingmar Krieger und Schatzmeister Helmut Landsberg, der diese Funktion schon seit 23 Jahren innehat.
Vorsitzender Flegel berichtete von einem „ruhigen Jahr 2019/20 - bis zum zurückliegenden Februar, als dann Corona unser Leben so wesentlich verändert hat”. So fielen in Folge der Pandemie geplante Vorhaben wie eine Fahrt in die Bundeshauptstadt und ein Besuch von El Puente flach. Dennoch zeigte der Bericht, dass die Besuchs-Reihe der CDU in heimischen Unternehmen beliebt ist: Ob in einer Gärtnerei, der Biogasanlage oder der Zuckerfabrik - die interessierten Teilnehmer rannten Organisator Flegel im vergangenen Jahr quasi die Tür ein. Nicht ganz so groß ist der „Run” auf eine Mitgliedschaft bei den Christdemokraten. So berichtete Flegel davon, dass die Zahl der Mitglieder im Kreisverband auf „unter 2000” gesunken sei.
Einen kurzen Abriss der Geschehnisse im Gemeinderat hielt CDU-Fraktionsvorsitzende Cornelia Nagel. Insbesondere betonte sie zwei wesentliche Momente: die Fusionsverhandlungen mit Elze und das Vorranggebiet für Windkraftanlagen. „Es hat einfach nicht gepasst”, meinte Nagel kurz und knapp zur Fusion. „Es ist nicht aufgehoben, vielleicht nur aufgeschoben”, setzt sie Hoffnungen auf künftige neue Entscheider. „Gott sei Dank haben wir die Bestätigung bekommen, dass die Änderung des Flächennutzungsplans für das Vorranggebiet für Windkraftanlagen rechtskräftig ist. Doch es liegt schon wieder ein neuer Einspruch vor.” Detaillierter berichtete sie zudem von den verschiedenen Bautätigkeiten der Gemeinde.
Kai Dräger, von Nagel als „Herr der Zahlen” (Vorsitzender des Finanzausschusses) gepriesen, stellte die finanzielle Lage der Gemeinde dar, insbesondere vor dem Hintergrund, was durch die Corona-Pandemie blühen könnte. „Seit 2018 weisen wir Negativbeträge aus”, denn vor allem die Gewerbesteuereinnahmen sind deutlich zurückgegangen. „Wir müssen wirtschaftsfreundlicher werden”, sein Plädoyer. Er vermutet, dass Corona der Gemeinde durch die Effekte bei der Einkommenssteuer und der Umsatzsteuer Einnahme-Einbrüche bescheren werde.
Die CDU-Kreisvorsitzende Ute Bertram lobte im Grußwort die große Teilnehmerzahl der Mitgliederversammlung, die zeige, „dass der Gemeindeverband sehr lebendig ist”. Zur von den Christdemokraten unterstützten Bürgermeisterkandidatin sagte sie: „Ich könnte mir vorstellen, dass gerade eine Frau in diesem Amt mutige Entscheidungen treffen könnte.” Bertram erinnerte daran, dass mit Kommunal- und Bundestagswahl - „die vermutlich gleichzeitig durchgeführt werden” - auch 2021 wichtige Urnengänge anstehen - und nutzte ihre Grußworte dementsprechend, um schon einmal kräftig die Werbetrommel für die Union zu rühren.