Bosselturnier der CDU Rössing

Leine Deister Zeitung ·

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Bosselturnier der CDU Rössing

Christdemokraten siegen beim Boßeln in Rössing

Niedersächsische Kameradschaftsvereinigung und „Kellerkinder” folgen auf den Plätzen

Rössing — Sie nennen sich „Triple W”, sind „Kellerkinder” oder der „Club der Vergessenen” und haben bei allen Unterschieden eins gemeinsam: sie sind Fans des friesischen Nationalsports und lassen auch bei Schmuddelwetter gern die Boßelkugel rollen. Acht Teams, darunter zwei aus dem benachbarten Barnten, sind beim 32. Boßelturnier des CDU-Ortsvereins Rössing-Adensen angetreten, um den Siegerpokal zu holen.

Falls sich der kleine Hunger oder Durst auf dem etwa dreieinhalb Kilometer langen Rundkurs durch die Feldmark melden sollte, haben die Mannschaften gut vorgesorgt. Alle haben einen Bollerwagen voller Leckerbissen und kühler Getränke mit dabei. Denn ein ordentlich gefüllter Bollerwagen ist beim Boßeln mindestens genau so wichtig wie die rund 600 Gramm schwere Boßelkugel, das Wurfgerät.

Etwas sportlicher Ehrgeiz kann ebenfalls nicht schaden, obgleich Spaß an der Freude, Klönschnack und Geselligkeit bei den fröhlichen Friesensportlern ganz eindeutig im Vordergrund stehen. Der Barntener Daniel Bartsch-Romanovski hat auch an eine kleine rote Musikbox gedacht - so kann die Party gleich auf der Strecke losgehen.

Die Regeln hat Ortsverbandschef Uwe Dietrich schnell erklärt: Anlauf nehmen, Kugel so weit wie möglich werfen und über den asphaltierten Feldweg ausrollen lassen. Wo sie aufkommt, weitermachen. Das Team mit den wenigsten Würfen gewinnt. Das Spektakel erinnert ein bisschen ans Kegeln. Während der Kegelbruder oder die -schwester die Rinne fürchtet, fürchtet der Boßler den Straßengraben.

Neben Wurfgeschick kann aus diesem Grund auch Spürsinn gefragt sein. In Rössing gilt seit Jahr und Tag: zwei Teams gehen gleichzeitig an den Start. Sich Zeit zu lassen - für eine kleine Schnapspause zum Beispiel - ist erlaubt, überholen nicht.

Die Vorjahressieger, das „Team ohne Namen” sind bei der Neuauflage nicht dabei. Aber die Kellerkinder, die 2023 den Sieg geholt hatten, gehen erneut mit einer großen Portion Selbstbewusstsein ins Rennen. Am Ende des Tages, beim geselligen Abschluss mit Herbstfeuer, Grillabend und Siegerehrung auf dem Hof von Ernst Baumgarten zeigt sich, dass die bekannte Redewendung von den Ersten, die die Letzten sein werden, nicht immer zutrifft. Jörg Baumgarten hat das Turnier für die Gastgeber von der Rössinger CDU als erster Werfer eröffnet, das Team von der Niedersächsischen Kameradschaftsvereinigung (NKV) folgte.

Mit 82 Würfen erspielten sich die Christdemokraten Platz 1. Die Boßler von der NKV benötigten vier Würfe mehr und landeten auf Platz 2. Mit 87 Würfen sicherten sich die Kellerkinder wie im Vorjahr Platz 3.